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Bis hier und nicht weiter. Wie Du lernst, eine gesunde Grenze zu setzen.

Aktualisiert: 6. Nov. 2025

Ein Besuch in Deinem inneren Garten.


"Das klingt vielleicht egoistisch, aber ich muss jetzt auf meine Bedürfnisse achten." sagt die an Krebs erkrankte Kinder-und Jugendpsychotherapeutin Döpfner in einem Gespräch mit der Zeit am 09.10.2025. Und weiter: „Man muss filtern, wer einem Kraft schenkt, und wer einem Kraft raubt. Ich war früher nie so gut darin, Grenzen zu ziehen.“ 



Pflasterweg in einem Garten mit Blick auf einen Durchgang – steht für Weite, Raum und Grenzen

Oha, ich musste das gleich nochmal lesen: eine top ausgebildete, erfahrene Therapeutin erkennt erst während einer schweren Krebserkrankung, wie essentiell wichtig es ist, sich abgrenzen zu können?


Und zugleich habe ich mich ertappt gefühlt: wie schwer fällt es mir selbst, mich abzugrenzen? Nein zu sagen zu jemand, zu einer Sache, zu einer Aufgabe?


Eine Grenze setzen bedeutet: ICH und NEIN sagen.


Das fühlt sich für ganz viele egoistisch an. Für Dich auch? Um Dir einen gangbaren Weg aufzuzeigen, lass uns das "Grenze setzen" doch einmal auseinandernehmen. Am Anfang steht immer eine gut geschulte Selbstwahrnehmung. Hand aufs Herz, wie gut kennst Du Dich? Kennst Du Deine Warnzeichen, wenn es droht, zu viel zu werden? Klopft das Herz, sind die Schultern verspannt, rasen die Gedanken, kommst Du nicht zur Ruhe am Abend, fühlst Du Dich gereizt und unruhig? Und weiter: weißt Du auch, was Dir gut tut? Wo Du auftankst? Was Dich stärkt?



Du bestimmst, wer in Deinen inneren Garten darf. Und wer nicht.


Zur Schulung der Selbstwahrnehmung nutze ich in meiner Arbeit sehr gerne das Bild eines inneren Gartens. Wenn Du magst, kannst Du Dir in Gedanken auch einen solchen Garten anlegen: dort wachsen viele schöne Pflanzen, es gibt vielleicht Bäume, kleine Wege oder sogar einen Teich? Es ist dein ganz persönlicher Garten. Deine Bedürfnisse, Deine Werte, all das, was Dich ausmacht, stärkt und gesund hält.


Nimm Dir gerne ein paar Minuten Zeit, schließe die Augen und gehe ein wenig darin spazieren...


Nun stell dir vor: Du bist ruhig und zufrieden in Deinem Garten beschäftigt - plötzlich kommt jemand an Deinen Gartenzaun, lehnt sich darüber und fordert mit lauter Stimme etwas von Dir. Etwas, dass Du gerade nicht geben kannst und möchtest. 


Eine Grenze zu setzen, heißt sie auszusprechen.


Im zweiten Teil geht es nun darum, freundlich aber bestimmt nein zu sagen. Erlaube Dir dieses Nein.


  1. Nimm Dir einen ganz kleinen Moment. Das geht immer, auch mitten im Gespräch! 3,2,1 runter zählen, einatmen, ausatmen. Das bringt Dich in Deine innere Mitte zurück.


  2. Lass Deine Schultern sinken, spüre den Boden unter den Füßen, nimm den Kopf etwas hoch.


  3. Sage freundlich, aber bestimmt: „Darüber muss ich kurz nachdenken - ich gebe dir später/morgen Bescheid.“ oder " Leider schaffe ich das nicht. Vielleicht hat ja XY Zeit?"



Es ist nicht viel, aber ja, es braucht ein wenig Mut. Aber dieser Mut lohnt sich. Weil vielleicht eine Reaktion kommt, mit der Du gar nicht gerechnet hast. Weil all das Schlimme, was Du Dir ausgemalt hast, gar nicht eintritt. Weil Du gut für Dich selbst gesorgt hast. Weil Du Deine Grenzen beschützt hast. Weil Du gesund mit Deinen Ressourcen umgegangen bist. Weil Du und andere davon profitieren. 


Grenzen setzen fängt bei Dir selbst an - ein paar Fragen zum Nachdenken: 


  • Was denkst Du, ist Dein persönlicher Anteil, dass es Dir immer wieder so schwer fällt, Deine Grenzen nach außen zu wahren? Inwiefern stehst Du Dir dabei selber im Weg?


  • Auf was bist Du stolz an Dir?


  • Was schätzen andere Menschen besonders an Dir? 


Möchtest Du auch Deinen persönlichen inneren Garten pflegen und erhalten und eben nicht zu einem öffentlichen Park umgestalten? Oder gar bis zu einem kritischen Lebensereignis warten, welches alles auf den Kopf stellt?


Gerne finde ich mit Dir gemeinsam in einem zweistündigen Walk & Talk Coaching - online ist natürlich auch möglich - heraus, wie Du Dir ein gesundes Gleichgewicht zwischen Deinen persönlichen Bedürfnissen und den Anforderungen Deines Umfeldes gestaltest. Achtsam. Klar. Selbstbestimmt. 

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